Oberflächenstrukturen und gezielte Reibwerte
Die glatte Standardausführung eines Förderbandes reicht für viele Prozesse aus, stößt bei speziellen Anforderungen jedoch an ihre Grenzen. Die Struktur der Deckschicht entscheidet maßgeblich darüber, wie sicher ein Produkt auf dem Band liegt und wie es sich bei leichten Steigungen oder Beschleunigungen verhält. Durch unterschiedliche Prägungen der TPE-E-Beschichtung lassen sich die Reibwerte passgenau auf das jeweilige Fördergut abstimmen.
Für den Transport von Holzwerkstoffen oder schweren Kartonagen kommen häufig Rautenprofile zum Einsatz. Sie erhöhen die Reibung zwischen Band und Produkt und verhindern ein Verrutschen während des Transports. Längsrillen eignen sich dagegen, um Feuchtigkeit abzuleiten oder bestimmte Güter in der Spur zu halten. Eine feine Noppenstruktur bietet einen leichten Grip, der empfindliche Stückgüter schont und sie dennoch sicher befördert.
Glatte versus matte Oberflächen in der Logistik
In Logistik- und Sortierzentren erfassen optische Sensoren und Barcodescanner den Materialfluss. Glatte, stark glänzende Bandoberflächen reflektieren das Licht der Scanner und verursachen Lesefehler. Matte Oberflächen absorbieren das Licht und verhindern störende Reflexionen. Dadurch arbeiten optische Erfassungssysteme zuverlässig und die Fehlerquote bei der automatisierten Sortierung sinkt.
Anti-Haft-Eigenschaften für die Lebensmittelindustrie
In der Lebensmittelproduktion stellt klebriges Fördergut wie roher Teig, Karamell oder zuckerhaltige Süßwaren besondere Anforderungen an die Bandoberfläche. Haften diese Produkte am Band, führt das zu Materialverlusten und verunreinigt die Anlage. Angepasste Oberflächenstrukturen und spezielle Werkstoffmischungen bieten ausgeprägte Anti-Haft-Eigenschaften. Das Fördergut löst sich am Übergabepunkt sauber vom Band. Das erleichtert die anschließende Reinigung und unterstützt einen ununterbrochenen Produktionsablauf.
Lebensmittelqualität: Vorgaben von FDA und EU
Für Materialien mit Lebensmittelkontakt gelten strenge gesetzliche Bestimmungen. Entsprechende Werkstoffausführungen müssen unter anderem die Vorgaben der FDA in den USA und der EU-Verordnung 10/2011 erfüllen.
Da TPE-E ohne die für flexible PVC-Werkstoffe typischen Weichmacher auskommt, kann es für entsprechende hygienische Anwendungen vorteilhaft sein. Eine geschlossene, gut zu reinigende Oberfläche erschwert die Anhaftung und Ansammlung von Verunreinigungen und Mikroorganismen. Die Bänder lassen sich gründlich reinigen und können dadurch hygienische Produktionsbedingungen unterstützen.
Spezielle Anforderungen in der Tabakindustrie
In der Tabakproduktion erfüllt TPE-E ganz bestimmte Anforderungen. Falls durch mechanischen Abrieb kleinste Materialfragmente in den Tabak geraten, verbrennen diese später mit dem Endprodukt. Da TPE-E frei von Stickstoff und Halogenen ist, zerfällt es unter Hitze zu Kohlendioxid und Wasserdampf – dieses saubere Verbrennungsverhalten qualifiziert das Material optimal für die Tabakindustrie.
Steilförderung und sicherer Materialtransport
Polyester-Förderbänder eignen sich für verschiedenste Förderstrecken in Industrie und Landwirtschaft. Die geringe Feuchtigkeitsaufnahme und die Witterungsbeständigkeit von Polyester tragen hier zu einem zuverlässigen Betrieb bei. Bänder mit aufgeschweißten Wellkanten oder Stollen bewältigen zudem steile Förderstrecken problemlos. Sie transportieren Schütt- und Stückgut sicher in der Anlage und begrenzen dabei Materialverluste auf ein Minimum.